Vitamin D und Querschnittlähmung – wenn die Sonne allein nicht ausreicht
Erfahren Sie die Ergebnisse einer neuen Forschungsstudie zur Supplementierung von Vitamin D bei Menschen mit Querschnittlähmung – mit Empfehlungen für den Alltag.
Warum Vitamin D wichtig ist
Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Es unterstützt den Aufbau und Erhalt der Knochen, die Muskelfunktion und das Immunsystem. Ausserdem gibt es Hinweise, dass Vitamin D mit weiteren Gesundheitsaspekten zusammenhängt, die insbesondere für Menschen mit Querschnittlähmung relevant sind, wie Knochendichte, Schmerzen und Druckgeschwüren.
Menschen mit Querschnittlähmung haben jedoch häufig einen ungenügenden Vitamin-D-Spiegel. Mögliche Gründe dafür sind eine geringere Sonnenlichtexposition, eingeschränkte Mobilität und Veränderungen im Stoffwechsel nach der Querschnittlähmung. Ein ungenügender Vitamin-D-Spiegel zeigt sich in einem 25(OH)D-Wert im Blut von weniger als 76 nmol/L.
Wie der Vitamin-D-Spiegel verbessert werden kann
Es gibt drei Möglichkeiten, einen ungenügenden Vitamin-D-Spiegel zu verbessern. Die theoretisch einfachste Möglichkeit ist Sonnenlicht. In der Schweiz erfordert die Produktion von 1000 Einheiten Vitamin D im Sommer eine tägliche Sonnenexposition von 10 bis 15 Minuten. Doch im Winter sind dafür bis zu 6,5 Stunden täglich nötig, was für die meisten Menschen nicht erreichbar ist. Deshalb reicht die Sonne allein oft nicht aus, um den Körper ausreichend mit Vitamin D zu versorgen.
Die zweite Möglichkeit ist eine Vitamin-D-reiche Ernährung. Dazu zählen fettreiche Fische und speziell angereicherte Lebensmittel. Aber auch durch den Verzehr dieser Lebensmittel ist ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel schwer zu erreichen.

Die dritte Möglichkeit ist eine Vitamin-D-Supplementierung, also eine Aufnahme über Nahrungsergänzungsmittel. Hier kann die Einnahme genau dosiert werden, und der Körper kann das Vitamin D optimal aufnehmen. Deshalb ist dies meist der sicherste und effektivste Weg, um den Vitamin-D-Spiegel zu verbessern.
Ergebnisse einer neuen Forschungsstudie
Bisher war jedoch unklar, welche Dosis für Menschen mit Querschnittlähmung erforderlich ist, um einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Deshalb haben Forschende des Schweizer Paraplegiker-Zentrums und der Schweizer Paraplegiker-Forschung eine klinische Studie durchgeführt, unterstützt durch SwiSCI.
Sie untersuchten bei Menschen, die seit mindestens drei Jahren eine Querschnittlähmung hatten, den Einfluss einer zwölfmonatigen Vitamin-D3-Supplementierung auf den Vitamin-D-Spiegel. Dabei wurden zwei unterschiedliche Dosen verglichen: 24'000 Einheiten alle zwei Wochen und dieselbe Menge alle vier Wochen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Vitamin-D3-Supplementierung gut vertragen wurde und die Vitamin-D-Spiegel im gesundheitlich unbedenklichen Bereich blieben. Allerdings erreichten nur 33 Prozent der Studienteilnehmenden einen genügenden Vitamin-D-Spiegel. Dies spricht für die Verwendung höherer Supplementierungs-Dosen.
Die Ergebnisse bieten eine wichtige Basis für künftige Studien, die den Einfluss einer höheren Vitamin-D3-Supplementierung auf gewisse Gesundheitsprobleme untersuchen sollten, beispielsweise auf die Knochendichte oder das Auftreten von Dekubitus. Diese Studien sollten idealerweise über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.

Empfehlungen für den Alltag
Auch wenn der genaue Nutzen von Vitamin D auf einzelne Gesundheitsaspekte noch weiter erforscht werden muss, ist klar, dass ungenügende Vitamin-D-Spiegel bei Menschen mit Querschnittlähmung häufig vorkommen. Dies lässt sich aber mit vergleichsweise günstigen Supplementen ausgleichen.
Deshalb ist es wichtig, den Vitamin-D-Spiegel mehrmals pro Jahr überprüfen zu lassen. Im Falle eines ungenügenden Vitamin-D-Spiegels sollte in ärztlicher Absprache eine Supplementierung durchgeführt werden.
Dabei ist die Dosierung individuell anzupassen: Am Anfang kann eine höhere Dose verabreicht werden, gefolgt von einer niedrigeren Erhaltungsdose. Flüssige Präparate sind Tabletten vorzuziehen, da sie vom Körper besser aufgenommen werden.


