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Hilfe von aussen – Welche Dienste werden von wem genutzt?

Die Spitex ist an Werktagen morgens und abends bei uns. Insgesamt sind es 23-25 Stunden pro Woche“, erzählt Alexandra. „Ganz zu Beginn wollte ich den Roli jeden Abend selber ins Bett bringen, aber das hat er abgelehnt. Im Nachhinein bin ich froh. Denn so bin ich unabhängiger beim Schaffen, zum Beispiel wenn ich Spätdienst habe, oder wenn ich mit Kolleginnen im Ausgang bin. Mich hätte das sehr blockiert, wenn ich nicht mehr so spontan sein könnte.

Unter den 717 Studienteilnehmern nehmen 33% einen professionellen Pflegedienst wie die Spitex in Anspruch. Für diese Personen übernimmt die Spitex pro Woche durchschnittlich 10 Stunden, bei 30 Stunden Unterstützungsleistung durch die Bezugsperson in der Familie.

Die Anzahl der Pflegestunden durch die Spitex variiert je nach Schweregrad der Läsion, Alter und Gesundheitszustand der rückenmarksverletzten Person, aber auch nach einigen Charakteristika der betreuenden angehörigen Person: Werden Betroffene von ihren (Ehe)Partnern unterstützt, sinkt der Anteil an externen Pflegeleistungen. Je höher ihr Erwerbspensum ist, desto mehr Stunden übernimmt der Pflegedienst. Ein Viertel der Studienteilnehmer wünscht sich mehr Leistungen durch die Spitex. Der Selbstbehalt an Kosten ist für viele Familien jedoch zu hoch.

Alexandra arbeitet am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) zusätzlich noch als Peer für Angehörige. In dieser Funktion berät sie Angehörige und gibt ihnen wertvolle Hinweise für den Alltag. Sie berichtet, dass es vor allem pflegende Frauen sind, die oft jegliche externe Unterstützung ablehnen.

Frauen meinen oft, dass es ihre alleinige Aufgabe sei, ihren Ehemann zu pflegen. Sie schämen sich sogar, Hilfe anzunehmen. Dabei merken sie gar nicht, wie sie sich zunehmend überlasten und es immer mehr zu Krisen in der Familie kommt. In meiner Peer-Funktion versuche ich sie dann von einem externen Pflegedienst zu überzeugen. Denn wer pflegerisch tätig ist, braucht Entlastung und Zeit, um auch mal was für sich zu tun. Spazierengehen, Sport treiben, mit Kollegen abmachen – oft kommt das bei pflegenden Angehörigen zu kurz, obwohl es so wichtig für ihre Lebensqualität wäre.

Tags: Pflege Querschnittlähmung

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