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Aktuelle Ausgabe

Der SwiSCI Newsletter erscheint zweimal pro Jahr und ist kostenfrei. Er beinhaltet Neuigkeiten aus dem Studienzentrum, Informationen zum Verlauf und zu den Ergebnissen der Studie sowie Mitteilungen über Kollaborationsprojekte. Sie können den Newsletter auf dieser Seite ausführlich lesen oder in einer gekürzten Version als PDF downloaden. Schreiben Sie uns eine E-Mail, wenn Sie den Newsletter abonnieren oder sich abmelden möchten: 

Schmerzen erforschen und behandeln

  1. Editorial
  2. Schmerzen erforschen - SwiSCI identifiziert Schmerzcharakteristika und bietet Ansätze für neue Therapieverfahren
  3. Schmerzen behandeln - Therapiemöglichkeiten am Zentrum für Schmerzmedizin Nottwil
  4. "Wir erstellen ein sensorisches Profil, um personalisierte Therapien zu entwickeln." Interview mit der Direktorin des Schmerzforschungszentrums in Aarhus

Liebe Leserin, Lieber Leser

"Ich fühle mich, als ob ich ständig einen Kaktus im Rücken hätte". Schmerzen haben viele Gesichter und sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Sind Schmerzen einmal chronisch geworden, führen sie häufig zu relevanten Einschränkungen in der Lebensqualität. Oft leiden nicht nur Körper und Geist – betroffen sind meist auch die Beziehungen zu Familie und Freunden, die Leistungen am Arbeitsplatz sowie die Ausübung alltäglicher Aktivitäten.

Menschen mit einer Rückenmarksverletzung sind besonders gefährdet, chronische Schmerzen zu entwickeln. Etwa zwei Drittel der Betroffenen leiden an irgendeiner Art von Schmerzen. Besonders der Nervenschmerz führt zu gravierenden Einschränkungen in der Lebensqualität.

Aus historischer Sicht war der Nervenschmerz nach einer Rückenmarksverletzung lange Zeit ein Mysterium. Warum eine Person mit einer Rückenmarksverletzung über Schmerzen in einer Körperregion klagte, in der die Empfindung komplett erloschen war, konnte von vielen Medizinern lange nicht nachvollzogen werden. Glücklicherweise verstehen wir aber heute die Mechanismen von Nervenschmerzen wesentlich besser, was vor allem auf die systematische Forschung im Bereich der Neurowissenschaften und der Schmerzphysiologie zurückzuführen ist.

In diesem Sinne ist auch die von der Universitätsklinik Balgrist durchgeführte SwiSCI Teilstudie "Spinal and Supraspinal Pain Control" ein weiterer Baustein auf dem Weg zu verbesserten Therapiemöglichkeiten. Denn oft steht das Behandlungsteam heute noch immer vor grossen Herausforderungen: Eine ausreichende Schmerzreduktion kann in vielen Fällen auch in der modernen Medizin leider nicht erreicht werden.

In diesem Newsletter möchten wir Ihnen zeigen, welche neuen Erkenntnisse SwiSCI in der Schmerzforschung erarbeitet hat und welche Therapiemöglichkeiten das Zentrum für Schmerzmedizin in Nottwil seinen Patienten anbietet, um ihre Lebensqualität zu verbessern.

Im Namen aller SwiSCI Partner wünschen wir Ihnen erholsame und vor allem schmerzarme Feiertage!

Jan Rosner

Jan Rosner

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Zentrum für Paraplegie, Universitätsklinik Balgrist, und stellvertretender Oberarzt, Universitätsklinik für Neurologie, Inselspital Bern
  
Gunther Landmann

Gunther Landmann

Leiter Neurologie Zentrum für Schmerzmedizin Nottwil

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Wirbelsäule

SwiSCI identifiziert Charakteristika für Schmerzen und bietet Ansätze für neue Therapien

Die Schmerztherapie wird zukünftig immer individueller auf die einzelne Person zugeschnitten. Dafür ist es wichtig, die Mechanismen des Schmerzes und dessen Wahrnehmung im Gehirn genau zu kennen. Eine SwiSCI Teilstudie konnte weitere Puzzleteile in der Schmerzforschung erbringen. Ihre Erkenntnisse zur Schmerzausdehnung und Schmerzverarbeitung tragen zu einer besseren Charakterisierung von Schmerzen bei und helfen bei der Entwicklung von Therapien.

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Schmerzphysiotherapie

Schmerzen behandeln - Therapiemöglichkeiten am Zentrum für Schmerzmedizin Nottwil

1998 gründete Guido A. Zäch am Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil das Zentrum für Schmerzmedizin (ZSM). Sowohl Menschen mit Querschnittlähmung als auch Fussgänger mit chronischen Schmerzen können sich am ZSM behandeln lassen. Mittlerweile zählt es zu den führenden Schmerzinstitutionen Europas.

Das ZSM vereint elf Fachdisziplinen, denn "chronische Schmerzen müssen an mehreren Stellen gleichzeitig therapiert werden", so der leitende Neurologe Gunther Landmann. Betroffene leiden nicht nur an den rein körperlichen Symptomen. Schmerzen drücken ebenso auf die Stimmung, stören das Familien- und Sozialleben und haben einen Einfluss am Arbeitsplatz. Deshalb arbeiten am ZSM verschiedene Fachexperten, wie Anästhesiologen, Neurologen, Psychologen, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter Hand in Hand zusammen.

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"Wir erstellen ein sensorisches Profil, um personalisierte Therapien zu entwickeln"

Interview mit Nanna Finnerup – Direktorin des Schmerzforschungszentrums in Aarhus / Dänemark.

Nanna Finnerup

Nanna Finnerup

Frau Finnerup, was untersuchen Sie aktuell in Ihrer Forschung?

Wir möchten personalisierte Therapien entwickeln. Dafür gruppieren wir Schmerzpatienten so weit wie möglich nach bestimmten Merkmalen, wie zum Beispiel: Intensität und Ausdehnung des Schmerzes sowie Empfindungsstörungen. Für jede Gruppe können wir dann untersuchen, auf welche Therapien die Personen gut ansprechen und welche weniger geeignet nicht.

Ein weiterer Forschungsbereich ist die Identifizierung von Biomarkern, zum Beispiel die Nervenerregbarkeit. Damit möchten wir den Effekt unterschiedlicher Schmerzmedikamente besser verstehen. Darüber hinaus untersuchen wir Schmerzen nach Chemotherapie, Diabetes und Rückenmarksverletzungen, um bessere Therapien entwickeln zu können.

Was sind momentan die grössten Herausforderungen in der Schmerzforschung?

Wir haben mittlerweile viel über die Mechanismen von akuten und chronischen Schmerzen gelernt, allerdings fehlen uns immer noch effektive Therapien. Bei einigen Menschen ist es leider unmöglich, eine komplette Schmerzfreiheit zu erlangen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Schmerz zu lindern und den Umgang mit Schmerzen zu verbessern. Mit diesen Massnahmen entwickeln Patienten dann auch eigene Strategien mit ihren Schmerzen umzugehen. Dabei ist der Austausch mit anderen Patienten oder auch die Anwendung von alternativmedizinischen Methoden hilfreich.

Was ist Ihre Zukunftsvision für die Erforschung von Schmerzen nach einer Rückenmarksverletzung?

Unsere Vision ist, dass wir Schmerzen früher und gezielter behandeln können, so dass sie gar nicht erst chronisch werden. Das ist ein ganz wichtiger Schritt, der einen Einfluss auf die Lebensqualität vieler Menschen hätte. Um diesem Ziel möglichst schnell näher zu kommen, ist die Zusammenarbeit von möglichst vielen Forschungsinstitutionen im Rahmen von klinischen Studien entscheidend. Dieses Vorgehen hat sich bei Verletzungen und Krankheiten, die eher selten sind, bereits bewährt.

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Referenzen

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