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Verbessertes Versorgungsangebot beim Hausarzt – Ein neues Projekt mit Modellcharakter

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Querschnittgelähmte leiden häufig an begleitenden Komplikationen aufgrund ihrer Rückenmarksverletzung. Neben Blaseninfekten (59% der Betroffenen) gehören Schlafstörungen (58%), Kontrakturen (51%) und Druckstellen (35%) zu den häufigsten Begleiterkrankungen [1].

Betroffene gehen deshalb doppelt so häufig zum Hausarzt wie die Gesamtbevölkerung [2]. Dies verlangt von den Hausärzten ein vertieftes Wissen in medizinischen Problemen der Paraplegiologie und einen guten Austausch mit Spezialisten aus Querschnittszentren.

Ein neues Projekt an der Schweizer Paraplegiker-Forschung möchte die Basis für einen Fortschritt der hausärztlichen Versorgung für Querschnittgelähmte legen: Das Modell soll die rückenmarksspezifische Versorgung in Hausarztpraxen integrieren und eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Spezialisten und Hausärzten fördern.

Dabei werden Fachärzte der Querschnittszentren Schulungen für interessierte Hausärzte anbieten. Personen mit Querschnittlähmung im Umkreis der teilnehmenden Hausarztpraxen profitieren so von einer lokalen, spezialisierten Versorgung durch ihren persönlichen Hausarzt.

Im Rahmen einer Studie wird überprüft, ob dieses Versorgungskonzept dazu beitragen kann, begleitende Komplikationen einer Querschnittlähmung und Hospitalisierungen zu reduzieren. Zudem untersucht die Studie, ob sich die engere Vernetzung zwischen Hausärzten und Spezialisten positiv auf die Zufriedenheit der Betroffenen und des medizinischen Fachpersonals auswirkt.

Sollte dieses Modell einen langfristig positiven Nutzen für die Gesundheit und die Lebensqualität der Querschnittgelähmten haben, könnte dies ein Vorbild für die zukünftige lokale hausärztliche Versorgung sein.

Referenzen

Tags: Versorgung, Begleiterkrankung

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