SwiSCI
Swiss Spinal Cord Injury Cohort Study
Schweizer Kohortenstudie für Menschen mit Rückenmarksverletzungen

"Wir erstellen ein sensorisches Profil, um personalisierte Therapien zu entwickeln"

"Wir erstellen ein sensorisches Profil, um personalisierte Therapien zu entwickeln"

"Wir erstellen ein sensorisches Profil, um personalisierte Therapien zu entwickeln"

Interview mit Nanna Finnerup – Direktorin des Schmerzforschungszentrums in Aarhus, Dänemark.

Frau Finnerup, was untersuchen Sie aktuell in Ihrer Forschung?

Wir möchten personalisierte Therapien entwickeln. Dafür gruppieren wir Schmerzpatienten so weit wie möglich nach bestimmten Merkmalen, wie zum Beispiel: Intensität und Ausdehnung des Schmerzes sowie Empfindungsstörungen. Für jede Gruppe können wir dann untersuchen, auf welche Therapien die Personen gut ansprechen und welche weniger geeignet nicht.

Ein weiterer Forschungsbereich ist die Identifizierung von Biomarkern, zum Beispiel die Nervenerregbarkeit. Damit möchten wir den Effekt unterschiedlicher Schmerzmedikamente besser verstehen. Darüber hinaus untersuchen wir Schmerzen nach Chemotherapie, Diabetes und Rückenmarksverletzungen, um bessere Therapien entwickeln zu können.

Nanna Finnerup

Nanna Finnerup

Was sind momentan die grössten Herausforderungen in der Schmerzforschung?

Wir haben mittlerweile viel über die Mechanismen von akuten und chronischen Schmerzen gelernt, allerdings fehlen uns immer noch effektive Therapien. Bei einigen Menschen ist es leider unmöglich, eine komplette Schmerzfreiheit zu erlangen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Schmerz zu lindern und den Umgang mit Schmerzen zu verbessern. Mit diesen Massnahmen entwickeln Patienten dann auch eigene Strategien mit ihren Schmerzen umzugehen. Dabei ist der Austausch mit anderen Patienten oder auch die Anwendung von alternativmedizinischen Methoden hilfreich.

Was ist Ihre Zukunftsvision für die Erforschung von Schmerzen nach einer Rückenmarksverletzung?

Unsere Vision ist, dass wir Schmerzen früher und gezielter behandeln können, so dass sie gar nicht erst chronisch werden. Das ist ein ganz wichtiger Schritt, der einen Einfluss auf die Lebensqualität vieler Menschen hätte. Um diesem Ziel möglichst schnell näher zu kommen, ist die Zusammenarbeit von möglichst vielen Forschungsinstitutionen im Rahmen von klinischen Studien entscheidend. Dieses Vorgehen hat sich bei Verletzungen und Krankheiten, die eher selten sind, bereits bewährt.

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Schweizer Paraplegiker-Forschung

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