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Studienresultate

„Einen riesigen Schritt vorwärts“ - Interview mit Prof. Dr. Thomas Kessler, Initiator und Leiter des Projektes zur Neuromodulation

Thomas Kessler

Thomas Kessler

Thomas Kessler ist Leiter der Neuro-Urologie an der Universitätsklinik Balgrist und Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich.

Herr Kessler, falls Ihre Studie zeigt, dass man die Blasenfunktion bei Rückenmarksverletzten durch Neuromodulation weitgehend erhalten kann, welche Bedeutung hätte dies zukünftig für Betroffene?

Blasenfunktionsstörungen gehören zu den wichtigsten Problemen mit denen Patienten mit Rückenmarksverletzung zu kämpfen haben. Oft führen Blasenfunktionsstörungen infolge Rückenmarksverletzung zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität und zu einer Gefährdung der Nierenfunktion, so dass eine lebenslange urologische Betreuung und meist auch Therapie nötig ist. Wenn wir diese Problematik verbessern können, dann haben wir für unsere Patienten einen riesigen Schritt vorwärts gemacht!

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Forschung zur Neuromodulation – Eine zukünftig bahnbrechende Methode zur Erhaltung der Blasenfunktion?

Bei einem gesunden Menschen wird die Blasenentleerung durch Nervenbahnen gesteuert, die ihren Ursprung im Gehirn und Rückenmark haben. Die Nervenbahnen reagieren eng verzahnt und sind durch eine Reihe von Reflexbögen verbunden. Kommt es zu einer Rückenmarksverletzung, ist diese feine Steuerung der Reflexe jedoch unterbrochen.

Die daraus folgende „Blasenfunktionsstörung“ kann dann zu einem gestörten oder fehlenden Gefühl für die Blasenfüllung, zu einer fehlenden oder unvollständigen Blasenentleerung, sowie zu Harninkontinenz führen. Ohne sofortige urologische Massnahmen wird die Harnblase überdehnt und es drohen Infektionen bis hin zu Nierenversagen.

Dieses zentrale Problem greift nun ein vielversprechendes SNF-gefördertes Projekt der SwiSCI Studie auf. Unter der Leitung des Neuro-Urologen Prof. Dr. Thomas Kessler der Universitätsklinik Balgrist, in Zusammenarbeit mit den vier Paraplegikerzentren sowie der Schweizer Paraplegiker-Forschung (SPF) untersuchen Wissenschaftler, ob sich die irreversible Schädigung der Blasenfunktion von vornherein vermeiden lässt.

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Harnwegsinfektionen: eine (un)- vermeidbare Komplikation bei Querschnittlähmung?

Harnwegsinfektionen sind eine der häufigsten Komplikationen bei einer Rückenmarksverletzung: 59% der Betroffenen leiden darunter [1]. Hauptursache sind Bakterien aus dem Darm, die aus der Umgebung der Harnröhrenöffnung in die Harnröhre und die Blase aufsteigen. Bei schweren Infektionen steigt die Infektion weiter in die Harnleiter bis in das Nierenbecken.

Häufig wiederkehrende Infektionen können die Lebensqualität Betroffener immens herabsetzen, so wie bei dieser Teilnehmerin einer Online Community: : „Ich katheterisiere täglich 3 bis 4 mal, achte dabei auch auf Sauberkeit und dass alles steril ist, trotzdem bekomme ich ca. alle 3 bis 4 Wochen aufs Neue eine Harnwegsinfektion. Gehe dann zur Urologin, die eine Kultur der Bakterien anlegt und mir dann ein Antibiotikum verschreibt. Nun ist es so, dass die Medikamente nicht mehr richtig anschlagen, und ich kaum noch ohne Infektionen bin.“[2]

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Den gelähmten Partner pflegen: Wie wirkt sich dies auf die Gesundheit aus?

Oftmals leisten Angehörige einen grossen Beitrag zur Unterstützung und Pflege von rückenmarksverletzten Menschen. Bisher ist wenig darüber bekannt, ob diese Pflegeaufgabe eine Bereicherung oder eine gesundheitliche Belastung für die pflegenden Angehörigen darstellt.

Im SwiSCI-Teilprojekte pro-WELL wurden querschnittgelähmten Menschen und ihre Partner gemeinsam zu verschiedenen gesundheitsrelevanten Themen befragt. Nun haben die Forscher die gesundheitlichen Auswirkungen von Pflegetätigkeiten bei den Partnern untersucht [1].

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Dem Schmerz vielfältig und interdisziplinär begegnen

Schmerzen sind ein häufiges und zentrales Problem bei Menschen mit einer Querschnittlähmung. Circa 75% der Betroffenen leiden darunter [1]. Wenn Schmerzen zur Dauerbelastung werden, beginnt ein fataler Kreislauf. Welche Hilfe gibt es?

Interdisziplinäre Behandlungsmethodik in der Schmerzmedizin

Schmerzen können die Lebensqualität erheblich vermindern. Betroffene fühlen sich durch den Schmerz körperlich und psychisch immer eingeschränkter, was nicht selten zu sozialer Abgrenzung und zum Verlust der Arbeitsstelle führt. Diese Hilflosigkeit kann den Schmerz erneut verstärken - ein Teufelskreis, aus dem betroffene Personen oft nicht mehr ohne professionelle Hilfe herausfinden.
Ein Ansatz der modernen Schmerzmedizin ist die sogenannte „multimodale“ Schmerztherapie. Darunter versteht man die Anwendung vielfältiger Behandlungsmethoden. Gerade bei chronischen Schmerzen spielen nicht nur die biologischen, sondern auch die psychischen und sozialen Faktoren eine Rolle. Die Idee einer multimodalen Schmerztherapie ist es, nicht nur isoliert ein Phänomen zu behandeln, sondern alle diese Faktoren zu berücksichtigen [2].

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Interview mit Wolfgang Dumat, Psychologe & Psychotherapeut sowie Experte für chronische Schmerzen

Wolfgang Dumat

Wolfgang Dumat

Wolfgang Dumat war langjähriger Leiter der Psychologie am Zentrum für Schmerzmedizin Nottwil. Heute ist er Leiter einer Schmerztagesklinik im Vivantes Wenckebach Klinikum in Berlin.

„Negative Gedanken durch positive ersetzen“

Herr Dumat, in der Behandlung von chronischen Schmerzen spricht man oft von der „multimodalen“ Schmerztherapie. Warum ist die Vielfalt an Therapien so wichtig?

Wenn ein Schmerz chronisch wird, werden nach und nach alle Lebensbereiche davon beeinträchtigt: Betroffene Personen haben beispielsweise zunehmend ein Problem, ihrer Arbeit nachzugehen, sie vernachlässigen ihre Hobbies und machen immer weniger mit ihren Freunden ab. Zudem wird ihre psychische Verfassung beeinträchtigt. Diese zunehmende Abschottung und Inaktivität verschlimmern wiederum den Schmerz. Es gibt Menschen, die dann gar nicht mehr aus der Wohnung gehen, depressiv werden oder sogar an Suizid denken. Das ist ein richtiger Teufelskreis, aus dem die meisten alleine nicht mehr herauskommen. Andere wiederum können ihren Alltag noch ganz gut bewältigen, aber ihre Stimmung ist zunehmend gedrückt.
Weil der chronische Schmerz also alle Lebensbereiche beeinträchtigt, muss er auch ganz vielseitig behandelt werden. Das heisst, sowohl über Medikamente als auch über Physiotherapie und Psychotherapie, aber auch beispielsweise über eine Sozial- und Berufsberatung.

Können Patienten durch eine so vielfältige Schmerztherapie weg von Medikamenten kommen?

Ja, das klappt in einigen Fällen. In die Schmerzklinik Nottwil kommen aber meist Patienten, die schon lange Jahre mit chronischen Schmerzen leben und bereits viele Untersuchungen, Klinikaufenthalte und Behandlungen hinter sich haben. Wenn wir bei diesen Menschen die Medikamente zumindest reduzieren können, ist das schon ein grosser Erfolg. Die Betroffenen möchten dies auch selbst, da sie die meist negativen Nebenwirkungen der Medikamente täglich erfahren.

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